Am 22. Oktober 2025 fand das vierte Mal das Austauschformat rund um KI und Lehre, aixchange, an der FH Aachen statt.
In den drei vorgestellten Beispielen aus unterschiedlichen Fachbereichen wurde Wege vorgestellt, wie Studierende bereits zum Studienbeginn mit KI vertraut gemacht werden können und gleich zu Beginn abzuholen: Grundlagen klären, sichere KI-Umgebungen ermöglichen und das eigene Tun und Denken in den Mittelpunkt stellen – damit KI nicht zur Abkürzung wird, sondern zum Lernwerkzeug. (Die Aufzeichnung der Beiträge ist für FH-Angehörige ist nach Login in ILIAS verfügbar.)
Im Bauingenieurwesen setzt Prof. Ansgar Kirsch (Fachbereich Bauingenieurwesen) das KI-Onboarding in einer großen Erstsemester‑Veranstaltung um zu der großen Frage „Wie kann ich KI für mein Studium nutzen?“. Die Session schafft eine gemeinsame Sprache: Was können LLMs, was können sie nicht? Wo entstehen Halluzinationen, wie erkennt man Bias? Kleine Irritationsmomente, wie die Erdbeeren‑Zählaufgabe oder die verwechselte Vibrationsramme machen Probleme bei der Nutzung mit KI sichtbar und heben die Bedeutung von eigenen Prüfroutinen hervor. Danach wird es praktisch: Prompt‑Handwerk, Rollen‑ und Zielklärung, Arbeiten mit dem FH‑Chatbot als datenschutzfreundlicher Startpunkt. Im Semesterverlauf tauchen kurze Aufgaben wieder auf, damit wird KI-Onboarding als Prozess verstanden, nicht als einmalige Show.
Der Wunsch von Prof. Kirsch ist, in Zukunft mehr Interaktion zu ermöglichen und die Studierenden mehr für die Anwendung von KI zu begeistern, aber auch das kritische Auge zu schärfen, beispielsweise durch Anwendungsbeispiele direkt aus dem Baubereich oder dadurch, Probeprüfungen mit KI durchspielen zu lassen.
Prof. Andreas Bernecker und Prof. Sarah Maihaus denken gemeinsam mit Prof. Mathias Eggert und Prof. Yasmin Bassen-Metz aus dem Fachbereich Wirtschaftswissenschaften die Studieneingangsphase als Pilot mit dem Modul „KI im Management“ neu:
Zwei kompakte Blocktage liefern das Fundament (KI‑Grundlagen, Prompting, Ethik, Teamarbeit). Die Erstsemester arbeiten anschließend in kleinen Teams acht Wochen an realen Fragestellungen und werden dabei übergreifend gecoacht (VWL, BWL/Human Ressources, Accounting, Wirtschaftsinformatik). Die Bandbreite der umgesetzten Gruppenprojekte reicht vom Lern‑ und Alltagscoach Studipal über Mensa‑Ideen bis zur No‑Code‑App für den Wohnungsmarkt. Ein transparentes Rubric zur Bewertung (Recherche, Relevanz, kreativer KI‑Einsatz, Zukunftsblick, Prototyp) schafft Orientierung für die Studierenden. Erste Erkenntnisse: hohe Motivation bei den Studierenden, sehr unterschiedliche Startniveaus – und die nüchterne Budgetfrage, sobald freie KI-Zugänge oder Lizenzen enden. KI-Onboarding heißt hier: gemeinsam starten, begleitet üben, anwendbar machen.
In der nachfolgenden Diskussion kamen unterschiedliche Fragen auf, unter anderem nach den gewünschten Learning Outcomes, nach der langfristigen Einbindung ins Curriculum und insbesondere zur Skalierbarkeit, da das Projekt in einer relativ kleinen Gruppe durchgeführt wurde.
Im Fachbereich Aerospace and Automotive Engineering verankert Prof. Miriam Barnat gemeinsam mit Prof. Kai Krycki KI bei den Erstsemestern im Modul „Selbstmanagement im Studium“. Ein 90‑Minuten‑Slot mit Beispielen aus der Mathematik oder Elektrotechnik dient als Einstieg mit einer kurzen „Wow‑Demo“ (handschriftliche Matheaufgabe ins Modell geben/Podcast aus einem Foliensatz erstellen), danach probieren die Studierenden selbst, etwa eine respektvolle E‑Mail an eine:n Dozent:in mit dem FH‑Tool formulieren und iterativ verbessern. Ein kleines Fail‑Experiment zeigt Grenzen, bevor der Blick auf Lernen mit KI wechselt: kognitives Offloading und Metakognition, wie Verstehen entsteht. Die Studierenden erstellen zudem selbst einen Tutorprompt für den eigenen Gebrauch und reflektieren die Interaktion mit ihm.
Fazit: Drei Wege, ein Ziel: Erstsemester sicher und handlungsfähig in die KI‑Nutzung bringen. Gemeinsame Sprache, sichere Tools, sichtbar gemachte Fehler und frühe Praxisanteile sind die Konstanten. So wird Onboarding mehr als ein Willkommensgruß – es legt die Grundlage dafür, dass KI im weiteren Studium Verständnis vertieft, Zusammenarbeit stärkt und realen Nutzen stiftet. Spannend zu sehen sein wird, wie die Zahl der Beispiele für KI-Integration ins Studium an der FH Aachen wachsen wird und wie ganze Studiengänge zukünftig abgestimmt KI-Kompetenzen in die Curricula aufnehmen werden. Bei beiden Prozessen begleitet das ZHQ kompetent und zielgerichtet die Lehrenden.
Jonas Gilz
Studierter Mathematiker (M.Sc.) Mitglied des Arbeitsbereichs ZHQ | E-Learning.
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Christoph Horst
> Koordination Digitalisierungsoffensive Lehren & Lernen der FH Aachen
> Fachlehrender im Fachbereich Chemie und Biotechnologie
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Christiane Katz
Hochschuldidaktikerin mit Erfahrung in der Lehre und Begleitung von Studierenden | seit 2010 an Hochschulen | seit 2016 an der wunderbaren FH Aachen
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Laura Heine
Studierte Medienwissenschaftlerin (MA) und Digital Learning Managerin. Mitglied des Arbeitsbereichs E-Learning im ZHQ.
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