„Wir sind bereit – gemeinsam KI in der Lehre gestalten“

Erkenntnisse aus der KI-Umfrage an der FH Aachen und was sie für den re:learn KI-Summit bedeuten

KI in der Lehre – wo stehen wir aktuell?

Die Auswertung (n=315, 150 Lehrende) unserer hochschulweiten Umfrage im Vorfeld des re:learn KI-Summit (9.–10. September 2025) zeigt ein vielschichtiges Bild: Viele Lehrende haben erste Erfahrungen mit generativer KI gemacht – insbesondere mit Tools wie ChatGPT oder Copilot. Gleichzeitig fühlen sich viele von ihnen in der konkreten didaktischen Integration oder im Umgang mit KI in Prüfungen noch unsicher.

Die Grafik zeigt eine Übersicht über den Kenntnisstand von Personen im Umgang mit generativer Künstlicher Intelligenz (KI) in verschiedenen Anwendungsbereichen. Sie besteht aus einer Liste von sieben Kompetenzbereichen, einer horizontalen Skala von „keine Kenntnisse“ bis „Expertin“, und einer roten Verlaufslinie mit Punkten, die den durchschnittlichen Kenntnisstand (Mittelwert) in jedem Bereich visualisiert.

Die sieben dargestellten Kompetenzbereiche sind:

    Kenntnisse zu generativer KI und bekannten Tools (z. B. ChatGPT, Copilot, Prompting)

    Einsatz von generativer KI zur Vorbereitung und Organisation der Lehre (z. B. Skripte, Prüfungsfragen)

    Didaktische Integration von generativer KI in Lehr-/Lernprozesse (z. B. KI-gestützte Chats)

    Umgang mit generativer KI in Prüfungen (z. B. Gestaltung KI-resistenter Aufgaben)

    Kritische Bewertung von KI-Ergebnissen (z. B. Faktenprüfung, Umgang mit Halluzinationen)

    Ethische, soziale und rechtliche Aspekte von generativer KI (z. B. Datenschutz, Plagiate)

    Zukunftskompetenzen und generative KI in der Arbeitswelt (z. B. KI-bezogene Veränderungen in Berufen)

Visualisierung und Statistik:

    Eine rote Linie mit Punkten und Fehlerbalken zeigt den Mittelwert (mw) des Kenntnisstands je Bereich.

    Die Kenntnisniveaus reichen überwiegend von „nicht genutzt“ bis knapp über „Kenntnisse“.

    Die höchsten Durchschnittswerte liegen bei „Kenntnisse zu generativer KI“ (mw = 2,46) und „Zukunftskompetenzen“ (mw = 2,03).

    Die geringsten Werte liegen im Bereich „Didaktische Integration“ (mw = 1,4).

    Statistische Angaben pro Bereich umfassen die Stichprobengröße (n), Mittelwert (mw), Median (md), und Standardabweichung (s).
Abb. 1: Screenshot aus Auswertungsbericht Umfrage „KI-Summit“

Diese Selbsteinschätzung ist kein Zeichen von Rückstand – im Gegenteil: Sie spiegelt Reflexionsbereitschaft und Verantwortungsbewusstsein wider. Und sie zeigt: Der Bedarf an gezielter, praxisnaher Unterstützung ist hoch.

Die Grafik zeigt eine horizontale Balkengrafik zur Frage:

„Für welche der zuvor genannten Kompetenzen und Bereiche wünschen Sie sich Weiterbildungs- oder Unterstützungsangebote?“
(Hinweis: Mehrfachnennungen waren möglich. n = 150)

Folgende Bereiche und die Anzahl der Nennungen werden dargestellt:

    Einsatz von generativer KI zur Vorbereitung und Organisation der Lehre (z. B. Erstellen von Skripten, Folien, Aufgaben, Prüfungsfragen)
    → 102 Nennungen (höchster Wert)

    Didaktische Integration von generativer KI in Lehr-/Lernprozesse (z. B. Einsatz von Tools wie Chatbots für studentische Fragen, KI-gestützte Aufgabenformate)
    → 91 Nennungen

    Umgang mit generativer KI im Kontext von Prüfungen (z. B. Gestaltung von KI-resilienten Prüfungsformaten, Bewertung KI-unterstützter Arbeiten, rechtliche Fragen)
    → 89 Nennungen

    Kritische Bewertung von KI-Ergebnissen (z. B. Faktenprüfung, Quellenbewertung, Umgang mit Halluzinationen)
    → 86 Nennungen

    Ethische, soziale und rechtliche Aspekte von generativer KI (z. B. Datenschutz, Plagiate, Urheberrecht, Inklusion, Bias)
    → 65 Nennungen

    Zukunftskompetenzen und generative KI in der Arbeitswelt (z. B. Integration KI-bezogener Themen in die Lehre, Berufsbildveränderungen)
    → 68 Nennungen

    Kenntnisse zu generativer KI und bekannten Tools (z. B. ChatGPT, Copilot, Funktionen und Prompting)
    → 59 Nennungen (niedrigster Wert)

Visualisierung:

    Die Nennungen sind als horizontale Balken dargestellt.

    Die Balkenlänge korrespondiert mit der Häufigkeit der Nennungen.

    Am rechten Rand ist die Gesamtzahl der Teilnehmenden angegeben (n = 150).
Abb. 2: Screenshot aus Auswertungsbericht Umfrage „KI-Summit“

Die Ergebnisse zeigen klar: Es besteht großes Interesse an praxisnahen Beispielen und konkreten Anwendungsmöglichkeiten generativer KI – genau das greifen wir auf:

  • Effizienter arbeiten mit generativer KI: Zahlreiche Teilnehmende haben sich Tipps gewünscht, wie KI den Arbeitsalltag erleichtern kann. In den Grundlagenworkshops können Sie Ihre eigenen Fallbeispiele zur Vorbereitung von Lehre mit generativer KI einbringen. Zudem wird Prof. Kai Krycki einen Workshop „KI für die Vorbereitung von Lehrveranstaltungen” anbieten. Kolleg:innen geben Einblicke in ihre Praxis, etwa Prof. Max Backhaus zur Erstellung von Fallstudien oder Prof. Michael Hillgärtner zu Videos.
  • KI in der Lehre nutzen: Die Nachfrage nach Beispielen für den Einsatz in der Lehre war ebenso hoch. Wir zeigen Best Practices von First Movern der FH Aachen – etwa, wie Prof. Andreas Hannig, Prof. Sarah Maihaus und Christoph Horst Chat- oder Tutorbots erstellen und einsetzen. Ergänzt wird das durch zahlreiche weitere Lehrszenarien.
  • Prüfen mit KI – aber wie?: Der Umgang mit generativer KI im Kontext von Prüfungen bewegt viele. Deshalb bieten wir z.B. zwei vertiefende Workshops an, die Raum für Austausch, Fragen und praxisnahe Lösungsansätze bieten.

Darüber hinaus erwarten Sie Sessions zu KI-Anwendungen in der Arbeitswelt – mit Formaten zum Zuhören, Diskutieren und Mitmachen. Inspirierende Keynotes aus der Wirtschaft eröffnen neue Perspektiven auf Bildung und Arbeit im KI-Zeitalter. Und Expert:innen aus Hochschule und Forschung erklären, was man über KI heute und morgen wissen sollte.

Kurz: Es wird toll.

Fazit: Das Fundament steht – jetzt gestalten wir weiter

Die Umfrage zeigt: KI wird zum Katalysator einer grundsätzlichen Weiterentwicklung von Lehre und Hochschule. Und das ZHQ versteht sich dabei als Raum für genau diese Entwicklung.

Die Ergebnisse der Umfrage sind ermutigend. Sie zeigen eine Gemeinschaft von Lehrenden und Mitarbeitenden, die sich mit Neugier und Ernsthaftigkeit auf den Weg macht. Dies hat sich auch in Vorgesprächen mit FH-Lehrenden bestätigt: Ob Fortgeschrittene mit umfassenden Konzepten oder KI-Einsteiger:innen mit kleinen Fallbeispielen – alle möchten sich beteiligen und dazu beitragen, dass die Hochschule als Ganzes lernt. Das große Interesse an einer aktiven inhaltlichen Beteiligung war überwältigend, nicht alles konnte für September eingeplant werden. Die Rückmeldungen bilden aber bereits jetzt ein solides Fundament für die Folgeveranstaltung im kommenden Jahr. Der re:learn KI-Summit bietet die Gelegenheit, diese Potenziale zusammenzubringen, auszuprobieren und gemeinsam zu reflektieren.

Wir freuen uns, wenn Sie dabei sind – als Teilnehmende, Mitgestaltende oder einfach Neugierige.

Save the Date:

9.-10.
September 2025
re:learn KI-Summit
in PräsenzFH Aachen

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Miriam Barnat
Prof. Dr. rer. pol. Miriam Barnat
Beiträge
Christiane Katz

Hochschuldidaktikerin mit Erfahrung in der Lehre und Begleitung von Studierenden | seit 2010 an Hochschulen | seit 2016 an der wunderbaren FH Aachen

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