ILIAS‑KI an der FH Aachen: Funktionen, Mehrwert und Chancen

Kurzfassung fürs Eilige: ILIAS kann inzwischen mehr als Inhalte anzeigen. Mit integrierten KI‑Funktionen lassen sich Chatbots für Kurs‑ und Servicekontexte erstellen und Texte, Fragen sowie Übersetzungen direkt in der Seitengestaltung generieren. Das spart Zeit, bündelt Informationen und eröffnet neue Lernpfade. Wichtig: Alles Beschriebene spiegelt den Jetzt‑Stand wider; Funktionen können sich ändern und voraussichtlich weiterwachsen.


Worum geht’s?

Dieser Beitrag beruht auf meiner Präsentation im Workshop ILIAS-KI: Spez. Bots bauen & Inhalte generieren – Direkt in ILIAS beim KI‑Summit 2025 der FH Aachen. Wir haben gemeinsam erprobt, wie sich die neuen ILIAS‑KI‑Bausteine in der Praxis anfühlen: von schlanken FAQ‑Bots bis zu automatisch erzeugten Seitenentwürfen, ILIAS-Fragen und Übersetzungen. Ziel ist nicht „KI statt Lehre“, sondern bessere Arbeitsunterstützung für Lehr‑ und Serviceaufgaben – und ein klarer Mehrwert für Studierende.

Beitragsbild ILIAS KI-Funktionen. In den Raum fotografiert, dient zur Illustration.
Foto: Winfried Kock

Was kann ILIAS‑KI heute?

Zwei Schwerpunkte bestimmen den aktuellen Stand: Chatbots und KI‑gestützte Seitengestaltung.

Chatbots in ILIAS lassen sich für Kurse, Studiengänge oder Informationsstellen anlegen. Sie beantworten wiederkehrende, gut dokumentierte Fragen in natürlicher Sprache – etwa zu Abläufen, Fristen oder Zuständigkeiten. Grundlage sind klar formulierte Instruktionen und optional hinterlegte Inhalte (z. B. ein Dokument sowie – abhängig vom Setup – Seiten aus einem Lernmodul). Je präziser die Vorgaben und Quellen, desto verlässlicher die Antworten.

Ziel: weniger Standardmails, schnellere Reaktionszeiten, mehr Raum für individuelle Beratung.

Text-, Fragen- und Übersetzungs­generierung in der Seitengestaltung steht systemweit zur Verfügung – also überall dort, wo die ILIAS‑Seitengestaltung eingesetzt wird. Über „(+) Inhalte generieren“ entstehen Rohfassungen für Seiten, formative Übungsfragen und – bei aktivierter Mehrsprachigkeit – Übersetzungen in weitere Kurssprachen. Besonders komfortabel ist die Fragenweitergabe in Fragenpools im Lernmodul: Mit einem Klick wandern generierte Items in strukturierte Pools und lassen sich dort wiederverwenden. Für die Praxis heißt das: schneller zu ersten Versionen kommen, didaktisch nachschärfen, iterativ verbessern.

Kurzes Beispielvideo zur Textgenerierung per Prompt

Mehrwert für die Lehre

Der unmittelbare Gewinn zeigt sich in der Lehrvorbereitung und im Kursbetrieb. Entwürfe für Texte und Aufgaben entstehen in Minuten statt Stunden. Kleinere Überarbeitungszyklen fördern saubere Lernpfade: kurze Erklärungen, passende Übungsfragen, knappe Rückmeldungen. Ein gut zugeschnittener Kurs‑Chatbot bündelt verlässliche Informationen am Ort des Geschehens – Studierende müssen weniger suchen, Lehrende weniger wiederholen. Gleichzeitig entstehen Feedback‑Schleifen: Anfragen und Fehlstellen aus dem Chat weisen auf Lücken im Material hin, die sich gezielt schließen lassen.

Chancen über den Tellerrand hinaus

Über einzelne Kurse hinaus kann KI‑Unterstützung Servicebereiche entlasten, etwa bei Standardanfragen zu Formularen oder Prozessen. Studierende gewinnen an Selbstständigkeit, wenn Antworten dort abrufbar sind, wo sie gerade arbeiten. Wissensbasen lassen sich semesterübergreifend pflegen und wiederverwenden – Skalierung durch Wiederholung statt durch Mehrarbeit. So wird aus einzelnen Experimenten nach und nach gute Praxis.

Grenzen und gute Praxis

KI in ILIAS ist derzeit textbasiert; sie wertet keine Bilder aus und durchsucht nicht das Web. Bots arbeiten mit den Inhalten, die wir bereitstellen, und mit den Rollen‑/Stilvorgaben, die wir formulieren. Das ist eine Stärke, weil es den Kurskontext fokussiert – und eine Verpflichtung, weil wir Qualitätssicherung ernst nehmen müssen: Quellen nennen, Fakten nachprüfen, sensible Aussagen gegenlesen. Hilfreich sind klare Instruktionen („Verhalte dich als…“, „Antworte nur auf Basis von…“), sichtbare Hinweise zur Fehlbarkeit und eine schlanke Governance: Wer darf Inhalte pflegen, wie gehen wir mit Korrekturen um, wo gehören Links zur Primärquelle hin?

So gelingt der Einstieg

Der pragmatische Start besteht aus zwei Schritten. Erstens: einen kleinen, klar abgegrenzten Chatbot bauen – etwa „FAQ zu Modul X“ oder „Laborordnung Y“. Instruktionen knapp, Beispiele konkret, Quellen aktuell. Im Testbetrieb konsequent protokollieren, welche Fragen gut funktionieren und wo nachgebessert werden muss. Zweitens: in einem bestehenden Kurs die Seitengestaltung um KI‑Generierung erweitern. Eine Seite dient als Spielwiese für Textentwürfe, eine zweite für Übungsfragen, eine dritte für Übersetzungen. Im Lernmodul lohnt sich zusätzlich die Anbindung an Fragenpools, um gewonnene Items nachhaltig zu organisieren. Weniger Perfektion, mehr Iteration – so entfaltet sich der Nutzen am schnellsten.

Spielwiese & Anleitungen

Zum Ausprobieren gibt es unsere KI‑Spielwiese unter fhac.de/ILIAS/KI. Dort finden sich Bereiche, in denen Sie Funktionen risikofrei testen können, sowie tiefere Anleitungen und Handreichungen für den produktiven Einsatz. Wer mag, kann dort mit fertigen Beispielszenarien beginnen und diese auf den eigenen Kontext zuschneiden.

Wichtig: Wenn Sie die Funktionalitäten in Ihrem eigenen Bereich nutzen wollen, müssen Sie die Rechte an dieser Stelle für Ihre Rolle (meist Kursadministration), freigeben. Dazu wechseln Sie im ILIAS-Objekt auf den Reiter Recht (ganz rechts neben Inhalt, Einstellungen, usw.) und scrollen bei Ihrer Rolle ganz nach unten, setzen ein Häkchen bei Assistent und klicken auf Speichern.

Blick nach vorn

Die Entwicklung schreitet sichtbar voran. Dieser Artikel beschreibt bewusst den Ist‑Zustand; mit weiteren Funktionen ist zu rechnen. Es lohnt sich, Kurs‑ und Bot‑Konfigurationen leichtgewichtig zu halten, um neue Möglichkeiten zügig übernehmen zu können. Gleichzeitig bleibt die didaktische Leitfrage dieselbe: Welche Lern‑ oder Serviceprobleme lösen wir damit besser als zuvor?

Fazit

ILIAS‑KI ist kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug, das Routinearbeiten erleichtert und Lernprozesse strukturierter macht. Wenn wir klein starten, offen kommunizieren und konsequent nachjustieren, wird aus „nett“ sehr schnell wirkungsvoll – für Lehrende, für Studierende und für die Organisation insgesamt.

Disclaimer: Dieser Artikel wurde z.T. KI-generiert anhand der Vortragsfolien, bisheriger Beiträge und Prompts des Authors

Neue Beiträge nicht verpassen

Wir versenden wöchentlich News aus dem Blog an die Abonnement-Liste. Wenn Sie möchten können Sie sich in diese Liste eintragen. Das Abo kann jederzeit beendet werden.

Wir senden keinen Spam! Erfahre mehr in unserer Datenschutzerklärung.

Jonas Gilz
Jonas Gilz
Beiträge

Studierter Mathematiker (M.Sc.) Mitglied des Arbeitsbereichs ZHQ | E-Learning.

Schreibe einen Kommentar