Was die aktualisierte APO für unsere Studiengänge bedeutet – ein Blick auf die Kompetenzdimensionen

In der Allgemeinen Prüfungsordnung (APO) schafft die FH Aachen den verbindlichen Rahmen für alle Studiengänge der Hochschule: Sie legt grundlegende Strukturen fest – etwa zu Prüfungsformaten, Fristen, Wiederholungen oder den übergeordneten Kompetenzanforderungen, die jedes Studium erfüllen muss. Die APO fungiert damit als eine Art „Grundgesetz der Prüfungswelt“ an der FH Aachen: Sie sorgt für Transparenz, Fairness und Vergleichbarkeit innerhalb der gesamten Hochschule.

Mit der jüngsten Aktualisierung der APO hat die FH Aachen einen wichtigen Schritt vollzogen: Die allgemeinen Kompetenzanforderungen wurden überarbeitet und entsprechen nun vollständig den vier aktuellen Kompetenzdimensionen des Deutschen Qualifikationsrahmens für Hochschulabschlüsse (HQR).  Der HQR legt einheitliche Niveaus für deutsche Hochschulabschlüsse fest, damit u.a. Abschlüsse transparent, vergleichbar und anerkennbar sind.

Die vier Kompetenzdimensionen aus dem HQR sind in Paragraph 2 der APO („Ziel des Studiums“) verankert und geben allen Lehrenden an der FH Aachen eine praxisnahe Orientierung: Sie beschreiben nicht nur abstrakt, was Absolvent:innen wissen sollen, sondern sehr konkret, was sie mit Blick auf ihre spätere berufliche und gesellschaftliche Praxis tatsächlich können müssen. Damit passen sie ideal zum Selbstverständnis einer Hochschule für Angewandte Wissenschaften.

Die vier Kompetenzdimensionen – und warum sie so gut zur FH Aachen passen

1. Wissen und Verstehen

Hier geht es um weit mehr als reines Faktenwissen. Studierende sollen fachliche Zusammenhänge verstehen, kritisch einordnen und reflektieren können. Für Lehrende heißt das: Die ohnehin etablierte praxisnahe, problemorientierte und kontextbezogene Vermittlung wird durch eine klare Kompetenzbeschreibung unterstützt und sichtbarer gemacht.

2. Einsatz, Anwendung und Erzeugung von Wissen

Diese Dimension trifft das Herzstück der HAW-Lehre. Studierende sollen ihr Wissen aktiv einsetzen – im Labor, im Projekt, in der kooperativen Forschung oder im Unternehmen. Sie sollen Probleme lösen, Methoden auswählen, Ergebnisse beurteilen und eigene Lösungen entwickeln können. Damit wird genau das gestärkt, was die FH Aachen an vielen Stellen auszeichnet: anwendungsorientiertes, projektbasiertes und innovatives Lernen.

3. Kommunikation und Kooperation

Für die moderne Arbeitswelt unverzichtbar: Studierende sollen klar und kontextgerecht kommunizieren sowie konstruktiv mit anderen zusammenarbeiten können. Formate wie (interkulturelle) Gruppenarbeiten, interdisziplinäre Projekte oder Präsentationen sind also kein schöner Zusatz im Studiengang, sondern tief in den Anforderungen an Studiengänge verankert.

4. Wissenschaftliches Selbstverständnis/Professionalität

Diese Dimension fordert kritisches Denken, Urteilskraft und die Fähigkeit, reflektierte Entscheidungen zu treffen. Studierende sollen professionell handeln, mit Unsicherheiten umgehen und Verantwortung übernehmen können. Gerade in technischen, ökonomischen oder gesellschaftlich relevanten Kontexten, wie sie unsere Studiengänge prägen, ist das zentral, um Absolvent:innen auf komplexe Herausforderungen vorzubereiten.

Kurz gesagt: Die vier Kompetenzdimensionen bilden genau das ab, was Lehrende an der FH Aachen jeden Tag tun – praxisorientiert ausbilden, Reflexionsfähigkeit fördern und Studierende befähigen, souverän in realen beruflichen Situationen zu handeln.

Was bedeutet die Änderung für Studiengänge?

Im Prozess der (Weiter-)Entwicklung von Studiengängen ändert sich nichts:

  • Studiengangsziele werden an der FH Aachen im Rahmen der Curriculumswerkstätten (weiter-)entwickelt. Hier wird nach den aktuellen didaktischen und fachlichen Rahmenvorgaben gearbeitet. Natürlich war und ist der HQR von Anfang ein wesentlicher Rahmen für die Curriculumswerkstatt als zentraler Baustein einer modernen, wissenschaftsgeleiteten Studiengangsentwicklung an der FH. Die Curriculumswerkstätten bieten einen strukturierten, moderierten und geschützten Arbeitsraum, in dem Modulverantwortliche gemeinsam konkrete, fachlich passende Studiengangsziele entwickeln. Der Prozess wird moderiert durch das Team der Curriculumswerkstätten im ZHQ, das dabei unterstützt, die vier Kompetenzdimensionen auf das jeweilige Studiengangsprofil und die Studiengangsziele zu übertragen.
  • Externe Gutachter:innen prüften auch schon vorher im Rahmen der (Re-)Akkreditierung, ob die vier Kompetenzdimensionen in dem jeweiligen Studiengang u.a. in den Studiengangszielen passend umgesetzt werden.

Die Aufnahme in die APO positioniert den HQR dorthin wo er hingehört. Sie setzt den hochschulweiten, verbindlichen, formalen Rahmen für Studiengänge. Die studiengangsspezifische Prüfungsordnung (PO) konkretisiert dies und legt unter anderem fest, welche spezifischen Ziele ein einzelner Studiengang in diesem vorgegebenen Rahmen verfolgt.

Durch die Integration der Kompetenzdimensionen in die APO wird auch nach außen an zentraler Stelle deutlich, welche wichtige Rolle der HQR für die Entwicklung und Gestaltung der Studiengänge an der FH spielt.  Während die APO also die gemeinsamen Grundlagen definiert, beschreibt jede PO den individuellen fachlichen Zuschnitt eines Studiengangs im Sinne des HQR.

Mit der Aktualisierung der APO schließt sich also ein Kreis – an zentraler Stelle erhalten die vier Kompetenzdimensionen nun zusätzliche Sichtbarkeit.

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Christiane Katz
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Hochschuldidaktikerin mit Erfahrung in der Lehre und Begleitung von Studierenden | seit 2010 an Hochschulen | seit 2016 an der wunderbaren FH Aachen

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