Das ZHQ startet im Mai mit frischem Schwung in die nächste Runde der Teaching Analysis Polls (TAPs) – eine moderierte Form der Lehrveranstaltungsevaluation, die auf den Dialog mit Studierenden setzt.
Was ist ein TAP?
Das TAP ist ein qualitatives Feedbackformat, das auf einer moderierten Gruppendiskussion mit Studierenden basiert – und gezielt zur Verbesserung von Lehre im laufenden Semester eingesetzt wird. Der Ablauf umfasst ein Vorgespräch zur Zielklärung, ein strukturiertes Feedbackgespräch mit den Studierenden sowie ein Nachgespräch mit der Lehrperson zur gemeinsamen Auswertung mit dem TAP-Team. Zentral ist der Fokus auf lernförderliche und lernhinderliche Aspekte der Lehrveranstaltung, sowie Verbesserungsvorschläge – aus Sicht der Studierenden.
„Als neuberufene Professorin habe ich das Teaching Analysis Poll (TAP) bereits als wertvolles Instrument zur Verbesserung meiner Lehrqualität kennengelernt. In meinem ersten Semester habe ich die alternative Evaluationsform mit Studierenden im 5. Fachsemester genutzt und festgestellt, dass die moderierte Feedbackrunde konstruktive Rückmeldungen liefert, die über standardisierte Evaluationsbögen hinausgehen. Der offene Dialog bietet mir wertvolle Einblicke in die studentische Perspektive, sowohl zu positiven Aspekten als auch zu Herausforderungen im Lehr-Lern-Prozess, weshalb ich TAP auch in diesem Semester gerne wieder einsetzen wird.“
Erfahrungsbericht von Prof. Nina Kopmann
Aktuell geplant:
Die ersten TAPs für das Sommersemester 2025 sind bereits in mehreren Fachbereichen gestartet. So, wie Ende Mai in der Veranstaltung von Prof. Dr. Ulrich Engelmann.

TAP oder Fragebogen? Orientierung durch Forschungsergebnisse
Solche Erfahrungsberichte bestätigen einen häufig gehörten Eindruck: TAPs gelten als besonders hilfreich, wenn es um tiefere Einblicke in das studentische Lernen geht.
Doch worauf beruht dieser Eindruck eigentlich – und wie unterscheidet sich TAP tatsächlich von klassischen Fragebogenevaluationen?
Im ZHQ haben wir diese Fragen zum Anlass genommen, beide Verfahren systematisch zu vergleichen – sowohl anhand von Ergebnisdokumenten als auch durch Interviews mit Lehrenden – und daraus Empfehlungen für den praktischen Einsatz abzuleiten. Die Ergebnisse:
- TAP liefert oft konkretere und umsetzbare Rückmeldungen, da Themen im Dialog entwickelt und priorisiert werden.
- Fragebögen bringen eine größere Themenvielfalt, vor allem durch anonyme Einzelmeinungen.
- Lehrende schätzen am TAP besonders das Nachgespräch: Es ermöglicht Perspektivwechsel, gezielte Reflexion und fördert die Lehr-Lern-Beziehung.
- Die Studie empfiehlt, je nach Ziel beide Verfahren bewusst zu wählen oder zu kombinieren – z. B. TAP bei Missstimmungen oder neuen Veranstaltungsformaten, Fragebögen für Vergleichsanalysen über mehrere Semester.
Eine ausführlichere Darstellung erscheint 2025 im Tagungsband „Evaluation ko-kreativ gestalten“ (Hrsg. Jörg Jörissen, Daniela Möller, Martina Grein, Sascha Kopczynski, David Peters, Waxmann Verlag).
Der Band geht zurück auf die Tagung des AK Evaluation HAW NRW, ausgerichtet vom ZHQ der FH Aachen.
Weitere Infos zur Tagung finden Sie unter folgendem Link: https://zhq-blog.fh-aachen.de/ak-evaluation-haw-nrw/
Mehr erfahren: Entdecken Sie TAP bei ILIAS oder lesen Sie mehr zur Evaluationsmethode im Blogartikel.
Sie haben Fragen? Das TAP-Team freut sich über Anfragen und individuelle Beratung: [email protected]