sustainCREATE – Gemeinsam Nachhaltigkeit gestalten lernen

Wie können Studierende lernen, nachhaltige Lösungen nicht nur zu denken, sondern auch praktisch umzusetzen, zu bewerten und verständlich zu kommunizieren? Mit sustainCREATE entsteht an der FH Aachen ein innovatives, transdisziplinäres Lehr- und Lernlabor, das genau hier ansetzt.

Nachhaltigkeit braucht viele Perspektiven

Die Transformation zu einer nachhaltigen Gesellschaft ist komplex. Technische Innovationen allein reichen nicht aus – ebenso wichtig sind gestalterische, gesellschaftliche und ökonomische Perspektiven. sustainCREATE bringt diese Blickrichtungen systematisch zusammen. Studierende aus der Energietechnik, Gestaltung sowie Chemie und Biotechnologie arbeiten in interdisziplinären Teams an realen Nachhaltigkeitsherausforderungen.

Der Ansatz ist bewusst transdisziplinär: Neben verschiedenen Fachrichtungen werden auch Schulen, zivilgesellschaftliche Akteur:innen, Kommunen und kleine und mittlere Unternehmen (KMU) eingebunden. So entstehen Lernprozesse, die nah an realen Problemen ansetzen – und Lösungen, die über den Campus hinaus Wirkung entfalten können.

Von der Idee zum Prototyp – und zur Bewertung

Im Zentrum von sustainCREATE steht nicht nur die Ideenentwicklung, sondern der gesamte Gestaltungsprozess. Mithilfe von Methoden aus der Designforschung entwickeln die Studierenden Prototypen für nachhaltige Produkte, Prozesse und Kommunikationsformate. Dabei geht es um konkrete Themen wie Energie- und Ressourceneffizienz, klimafreundliche Mobilität oder nachhaltige Alltagspraktiken im Campus-, Schul- und Stadtumfeld.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Nachhaltigkeitsbewertung. Die Studierenden lernen ökologische, soziale und ökonomische Wirkungen ihrer Ideen systematisch zu erfassen und zu reflektieren – mithilfe anerkannter Bewertungsansätze und digitaler Tools. Nachhaltigkeit wird so nicht nur zum Ziel, sondern selbst zum Lerngegenstand: Ist eine Idee wirklich nachhaltig? Wo kann sie verbessert werden? Welche Zielkonflikte gibt es?

Lernen mit und von Schulen, Stadt und Region

Ein innovatives Element des Projekts ist die enge Zusammenarbeit mit Schulen. In gemeinsamen Workshops entwickeln Studierende und Schüler:innen Ideen für Nachhaltigkeitsprojekte, die schülergerecht kommuniziert und praktisch erprobt werden. Auch der Campus und die Stadt Jülich dienen als Reallabore: Welche Maßnahmen lassen sich hier umsetzen? Welche Akteur:innen können langfristig Verantwortung übernehmen?

So entsteht ein Lernraum, eine „Nachhaltigkeitsgarage“ in dem/der Nachhaltigkeit nicht abstrakt bleibt, sondern konkret erfahrbar wird – und in dem junge Menschen frühzeitig lernen, ihre Ideen adressatengerecht zu vermitteln.

Nachhaltigkeit trifft Gründungskompetenz

sustainCREATE denkt Nachhaltigkeit auch wirtschaftlich weiter. In Kooperation mit dem Gründungszentrum der FH Aachen werden die entwickelten Methoden auf grüne Geschäftsmodelle und Social-Entrepreneurship-Ansätze übertragen. Studierende prüfen die ökologische und ökonomische Tragfähigkeit ihrer Ideen, erhalten Feedback von externen Expert:innen und entwickeln Prototypen weiter.

Auch wenn nicht jede Idee in eine Ausgründung mündet, stärkt dieser Ansatz wichtige Kompetenzen: unternehmerisches Denken, kritische Reflexion und die Fähigkeit, nachhaltige Innovationen realistisch einzuordnen.

Wirkung über das Projekt hinaus

sustainCREATE ist auf 18 Monate angelegt (Januar 2026 bis Juni 2027) und entfaltet seine Wirkung auf mehreren Ebenen:

  • Konkrete Umweltwirkung durch pilotierte Maßnahmen in Studierendenprojekten
  • Nachhaltiger Transfer durch die Aufbereitung der Ergebnisse als Open Educational Resources (OER) und die Integration in Curricula
  • Langfristige Kompetenzentwicklung bei Studierenden, Schüler:innen und regionalen Partnern

Perspektivisch ist eine Verstetigung als Wahlfach oder als größeres Projektformat denkbar.

Fazit

Mit sustainCREATE entsteht an der FH Aachen ein Lehr- und Lernformat, das Nachhaltigkeit ganzheitlich denkt: wissenschaftlich fundiert, kreativ gestaltet, gesellschaftlich verankert und wirtschaftlich reflektiert. Studierende werden so zu Gestalter:innen nachhaltiger Transformation – mit Ideen, die Wirkung entfalten können.

Wer bei dem außergewöhnlichen Projekt mitmachen will, kann sich gerne bei Prof. Martin Pieper [email protected] , Fachbereich Energietechnik melden.

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Imke Minrath
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