Was Bildung für nachhaltige Entwicklung für die Hochschullehre bedeutet
Studierende entscheiden sich für ein Studium an der FH Aachen, weil sie darauf vertrauen, hier Kompetenzen zu erwerben, die sie auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereiten. Themen wie Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Internationalisierung verändern Wirtschaft, Gesellschaft und Arbeitswelt zunehmend.
Doch wie können Hochschulen diese Entwicklungen sinnvoll in Studium und Lehre integrieren?
Eine mögliche Antwort bietet die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Sie soll Lernende dazu befähigen, verantwortungsbewusste Entscheidungen zu treffen und aktiv zur Lösung globaler Herausforderungen beizutragen. Dazu zählen beispielsweise Klimawandel, Ressourcenknappheit oder soziale Ungleichheiten.
Nachhaltigkeit als Kompetenz – nicht nur als Inhalt
Nachhaltigkeit wird in Studiengängen oft zunächst als Thema verstanden – etwa in Modulen zu Energie, Ressourcen oder gesellschaftlicher Verantwortung.
Der Ansatz der Bildung für nachhaltige Entwicklung geht jedoch weiter. Ziel ist es, Studierende zu befähigen, komplexe Zusammenhänge zu verstehen und aktiv zu gestalten. Arnold und Thränhardt beschreiben BNE daher als Bildungsansatz, der Menschen dazu befähigen soll zukunftsfähige Entscheidungen zu treffen.
Neben Fachwissen stehen deshalb zentrale Kompetenzen im Mittelpunkt, etwa:
- systemisches Denken
- kritische Reflexion
- interdisziplinäre Zusammenarbeit
- zukunftsorientiertes Problemlösen
Diese Kompetenzen helfen Studierenden, komplexe gesellschaftliche und technische Herausforderungen besser zu verstehen und verantwortungsvoll zu handeln.
Herausforderungen bei der Integration in Studiengänge
So überzeugend der Ansatz klingt – die Umsetzung in der Hochschullehre ist nicht trivial.
Viele Hochschulen stehen vor strukturellen Herausforderungen. Dazu zählen etwa institutionelle Routinen, begrenzte Zeitressourcen oder Unsicherheiten bei der Umsetzung neuer Lehrformate. Wie Arnold und Thränhardt feststellen, fehlt es vielerorts noch an einer „systematischen, strukturell verankerten und didaktisch durchdachten Umsetzung in Studium, Lehre und Governance“.
Hinzu kommen Zielkonflikte: Zeit für interdisziplinäre Themen muss oft innerhalb eines ohnehin dichten Curriculums gefunden werden. Gleichzeitig müssen fachliche Grundlagen weiterhin solide vermittelt werden. Diese Spannungsfelder zeigen, dass nachhaltige Hochschulentwicklung ein kontinuierlicher Reflexionsprozess ist.
Studiengänge systematisch reflektieren: das Framework der FH Aachen
Ein Instrument, das solche Reflexionsprozesse unterstützt, ist das Framework der FH Aachen zur Entwicklung von Studium und Lehre. Es lädt Fachbereiche dazu ein, ihre Studiengänge entlang zentraler strategischer Themen zu reflektieren:
- Digitalisierung
- Nachhaltigkeit
- Internationalisierung
Das Framework hilft dabei, Fragen zu stellen wie:
- Welche Kompetenzen erwerben Studierende im Verlauf des Studiums?
- Welche Themen sind bereits gut verankert – und wo gibt es Entwicklungspotenziale?
- Wie können strategische Themen sinnvoll im Curriculum integriert werden?
Der Fokus liegt dabei nicht auf der Bewertung einzelner Lehrveranstaltungen, sondern auf einer gemeinsamen Perspektive auf die Entwicklung von Studiengängen.
Zusammenarbeit als Schlüssel
Die erfolgreiche Integration von Nachhaltigkeit in Studium und Lehre erfordert häufig neue Formen der Zusammenarbeit. BNE fördert laut Arnold und Thränhardt insbesondere interdisziplinäre Kooperationen, da viele gesellschaftliche Herausforderungen „kaum mehr auf disziplinärer Ebene allein gelöst werden können“.
Solche Kooperationen können beispielsweise entstehen durch:
- gemeinsame Lehrveranstaltungen verschiedener Fachbereiche
- Praxisprojekte mit Unternehmen oder gesellschaftlichen Partner:innen
- interdisziplinäre Projektarbeiten von Studierenden
Gerade solche Formate ermöglichen es Studierenden, komplexe Probleme aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten.
Unterstützung durch das ZHQ
Die Weiterentwicklung von Studium und Lehre ist ein gemeinsamer Prozess.
Das Zentrum für Hochschuldidaktik und Qualitätsentwicklung (ZHQ) unterstützt Lehrende der FH Aachen unter anderem durch:
- Beratung zur Studiengangsentwicklung
- Workshops und Austauschformate
- Impulse zu Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Internationalisierung in der Lehre
Das Framework kann dabei als gemeinsame Grundlage für Gespräche und Entwicklungsprozesse dienen.
Fazit: Nachhaltige Hochschulentwicklung braucht Zeit
Die Integration von Nachhaltigkeit in Studiengänge ist keine kurzfristige Aufgabe. Sie erfordert strukturelle Veränderungen, Austausch zwischen Lehrenden und eine kontinuierliche Reflexion der eigenen Lehrpraxis.
Oder wie Arnold und Thränhardt es formulieren:
„Die Implementierung von BNE in die Hochschullehre stellt eine Herausforderung dar, die sowohl strukturelle Anpassungen als auch eine Veränderung der Lehr- und Lernkultur erfordert.“
Gerade deshalb sind Instrumente wie das Framework der FH Aachen wichtig: Sie bieten Orientierung, fördern den Austausch und unterstützen Hochschulen dabei, Studium und Lehre zukunftsfähig weiterzuentwickeln.
Das Titelbild wurde im April 2026 mit Unterstützung einer KI erstellt.
