FH-aixpress 11 – 12/25

Willkommen zum letzen Newsletter 2025. Wir verabschieden uns in die Winterpause und kommen mit vielen neuen Themen nächstes Jahr zurück. Eine schöne Adventszeit und tolle Feiertage wünschen wir Ihnen!

Neues aus der FH Aachen

KI in der Lehre

Prof. Christian Drumm (FB Wirtschaftswissenschaften) sitzt in seinem Podcast Code und Kontext (SpotifyApple) mit Prof. Halszka Jarodzka zusammen, um über KI in der Lehre zu sprechen. Grundlage ist ihr kürzlich erschienener Artikel Teaching and Learning in the Age of Generative AI: Rethinking the Educational Cycle und die grundlegenden Phasen der Bildung: Lernen, Üben, Testen.

Zusammen mit Prof. Stephan Jacobs lehrt er zudem im frei verfügbaren Python for Beginners-MOOC notwendiges Vorwissen für eine praxisnahe Auseinandersetzung mit KI.

Neues aus dem ZHQ-Blog

Im ZHQ-Blog finden sich zwei neue spannende Artikel zu KI:
Eine Zusammenfassung der Beiträge aus dem 4. aixchange zum Thema KI-Onboarding sowie ein Artikel zu KI-bedingten Änderungen des Prüfungsprozesses: weg vom Bewerten des Endprodukts hin zu einer Prozessbegleitung.

ai×-Veranstaltungen

Haus- und Abschlussarbeiten im Zeitalter von KI. Ansätze zur Förderung und Begleitung eigenständiger Leistungen

08.12.2025/12.12.2025, jeweils 9-12.30 Uhr | Online-Workshop

mit Prof. Dr. Thomas Heun (Hochschule Rhein-Waal)

Durch die Verfügbarkeit von Künstlicher Intelligenz stellt sich Lehrenden heutzutage die Frage, wie sie sicherstellen können, dass Prüfungsleistungen von den Studierenden und nicht durch eine KI erstellt werden. Neben der Entwicklung innovativer Prüfungsformate entsteht durch den Einzug von KI in Prüfungskontexte auch ein Anpassungsbedarf im Bereich der schriftlichen Prüfungsformen. Im Rahmen des Workshops wird die Bedeutung schriftlicher Arbeiten für die Wissenschaft betont, und es wird ein Katalog an didaktischen Prinzipien erarbeitet, der den Teilnehmenden Hilfestellung und Orientierung bei der Formulierung von textbasierten Prüfungsleistungen (Hausarbeit, Thesis etc.) bietet.

Die Teilnehmenden

  • entwickeln ein Bewusstsein für die Auswirkungen der Verbreitung von KI-Tools auf schriftliche Prüfungen.
  • entwickeln eine Anzahl an didaktischen Prinzipien („Stellschrauben“) für die Anpassung schriftlicher Prüfungen (insbes. Thesis & Hausarbeit) im Zeitalter von KI.
  • transferieren ihre Erkenntnisse und entwickeln angepasste schriftliche Prüfungsformen für ihre Lehrpraxis.

Anmeldung: Loggen Sie sich in ILIAS ein und melden Sie sich zur Sitzung an. Plätze begrenzt!

Künstliche Intelligenz als Lehr- und Lernkonzept an der Hochschule. Eine kritische ethische Reflexion

28.01.2026, 10-11.15 Uhr | Online-Vortrag

mit Prof. Dr. Toni Loh (Hochschule Bonn-Rhein-Sieg)

KI-Technologien und allen voran generative KI haben mittlerweile in nahezu alle Lebensbereiche der Menschen Einzug gehalten. Wie verändern sich dadurch unser Lehren und Lernen an der Hochschule? In dem Vortrag nimmt Prof. Dr. Toni Loh die ethischen Fragen in den Blick, die sich mit dem Einsatz von KI an der Hochschule und allgemein im Bildungssektor stellen. Zur eigenen praktischen Anwendung stellt Toni Loh ein Bewertungsmodell vor, mit dem sich eine Technologie umfassend ethisch beurteilen lässt.

Anmeldung: Melden Sie sich bitte in der entsprechenden ILIAS-Sitzung an. Die Anmeldung ist nicht verpflichtend und Sie können auch kurzfristig zum Webex-Meeting beitreten.


ai×ternes

Lehre und Hochschule

Kompetenzaufbau mit KI

Der Beitrag von Philippa Hardman nimmt eine Studie zu KI-gestütztem Lernen zum Ausgangspunkt und ordnet deren Ergebnisse für die Diskussion um möglichen Kompetenzabbau ein. Hardman arbeitet heraus, dass die Studie zwar zeigt, wie stark Schreibleistungen mit KI-Unterstützung steigen können, zugleich aber nur einen eng umrissenen Kontext adressiert. Statt die positiven Ergebnisse zu überschätzen, plädiert sie dafür, aus der Studie vor allem Prinzipien abzuleiten: KI kann eine Chance fürs Lernen sein, wenn es didaktisch sinnvoll eingebettet wird und z.B. KI-generierte Beispiele analysiert und reflektiert werden.

The Year in AI

Barbara Geyer zieht in „Mein KI-Update 2025“ eine sehr praxis- und lehrnahe Bilanz dazu, wie sich generative KI in diesem Jahr weiterentwickelt hat – von Deep-Research-Funktionen über Agenten bis hin zu transparentem Reasoning. Sie vergleicht auch ChatGPT, Claude und Gemini und zeigt, für welche Anwendungen welches Tool geeigneter ist und warum sich das volle Potenzial erst mit den Pro-Funktionen erschließt. Spannend ist auch Geyers Blick auf die Veränderungen in der Lehre.

Denken bleibt Pflicht

Generative KI verändert, wie wir lernen, lehren und denken. Die Ethikprofessorin Judith Simon sieht darin nicht nur technische, sondern auch fundamentale bildungspolitische Fragen: Wie erhalten wir zentrale Kompetenzen wie kritisches Denken, wenn Tools wie ChatGPT alltäglich werden? Was bleibt vom Sinn der Hochschulbildung? In einem Interview des Hochschulforum Digitalisierung spricht Simon über Prüfungsformate, ethische Herausforderungen und die Frage, warum Hochschulen sich nicht in Effizienzlogik verlieren sollten.

KI in der Mathematiklehre

Auf seinem Youtube-Kanal teilt Jörn Loviscach Erkenntnisse zur Nutzung von generativer KI im Kontext der Lehre in der ingenieurwissenschaftlichen Mathematik. Dazu zählen unter anderem Analysen zur Bedeutung von KI als auch Tipps zur Nutzung für die Lehre (z.B. zur Generierung von Aufgaben) und zu den Limitationen.

Weiterbildungsangebote von KI:edu.nrw

Austauschforum: KI für Lehrende
10. Dezember 2025 | 10:00 Uhr | online

KI:edu.nrw Basics: Generative KI in der Hochschullehre
28. Januar 2026 | 10:00 Uhr | online

KI für Lehrende
Online-Selbstlernkurs von KI:edu.nrw

Arbeit, Politik und Wirtschaft

Ein Ausblick auf die deutsche Wirtschaft

Im neuen Bericht des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung werden verschiedene Szenarien der KI-Auswirkungen auf Deutschlands Wirtschaft vorgestellt. So sollen in den nächsten 15 Jahren mit KI bis zu 4,5 Billionen Euro zusätzlich erwirtschaftet werden ohne Arbeitsplätze zu vernichten, dennoch werden diese neu verteilt.

Jeder 11. Zeitungsartikel mit KI geschrieben

– zumindest in den USA: Dort wurden knapp 200 000 aktuelle Artikel von ca. 1500 Zeitungen ausgewertet. Besonders betroffen sind kleine Lokalzeitungen. Ca. 5% aller Artikel waren dabei vollständig durch KI geschrieben.
Ob es in Deutschland anders aussieht, kann aktuell nur geraten werden. Im Oktober hatte ein Spiegel-Artikel klare Anzeichen aufgewiesen, KI-generiert zu sein („Wenn du magst passe ich […]“). Danach veröffentlichte der Spiegel die eigene KI-Policy.

Deutsches KI-Modell

Soofi soll es heißen, offen sein und die EU unabhängiger von globalen Playern machen. Ob das für 20 Millionen Euro möglich ist?

Podcast-Tipp: Wann macht KI Fehler – und wann wir?

Chatbots erfinden Fakten und versprechen Dinge, die sie nicht halten können. Sind KI-Halluzinationen das Ende verlässlicher Arbeit? Nein – man muss nur verstehen, wie Fehler entstehen. In dieser sehr gut gegliederten und kompakten Folge des ARD-KI-Podcast können auch KI-Einsteiger:innen dieses Verständnis aufbauen und konkrete Anwendungstipps mitnehmen.

Forschung und Entwicklung

Ich denke, also bin ich

Merken LLMs, ob Gedanken ihre eigenen sind? Dem gingen Antropics Forschende auf den Grund, in dem sie Aktivierungsmuster (bspw. „Nur Großbuchstaben“) ins LLM schleusten. Sie forderten das Modell dann auf, sich zu melden, wenn es etwas merkwürdiges am eigenen Verhalten bemerkt. Zu dem Beispiel äußerte Claude Opus 4.1, dass wohl ein Gedanke injiziert wurde, der an Schreien oder Lautstärke erinnert.

Alpha Evolve entdeckt neue Konzepte

In einem neuen Paper betrachten Mathematiker:innen, darunter auch Terence Tao, wie Googles AlphaEvolve kombiniert mit anderen Tools helfen kann, das mathematische Arbeiten zu stützen und mit starken Einschränkungen zu automatisieren.

Hast du dir das ausgedacht?

Während LLMs immer besser darin werden, richtige Informationen zu geben, scheitern sie doch weiterhin daran, dass sie bei Nicht-Wissen keine falschen Informationen halluzinieren. Der AA-Omniscience Benchmark misst unter anderem dieses Fehlverhalten und von den getesteten Modellen erreichen nur 3 einen Wert über 0 und keines einen Wert über 5 auf einer Skala von -100 bis 100.


KI-Tooltime 

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Lokal Bilder generieren

Es muss nicht immer Nano Banana sein: Auch auf dem eigenen Rechner laufen viele Bildgenerierungsmodelle. Wem ComfyUI zu kompliziert ist, findet bei AMUSE einen Einstieg auf dem eigenen Kompetenzniveau. Auch wenn es von AMD angeboten wird, funktioniert es mit Nicht-AMD-Hardware – Windows vorausgesetzt.

Die Evolution von NotebookLM

NotebookLM bot ursprünglich nur die Möglichkeit, mit den eigenen Dokumenten zu chatten. Kurz danach kam schon die Funktionalität, sich einen Podcast zu den Dokumenten generieren zu lassen.
Seitdem hat sich aber noch viel getan: Es erlaubt nun das Generieren von Videoübersichten, Mindmaps, Berichten, Karteikarten, Quizzes und seit neuestem Infografiken und Präsentationen. Auch kann man nun Deep Research durchführen, um die eigenen Quellen zu erweitern und eine sehr ausführliche Zusammenfassung zu generieren.
Viele der Tools enthalten nun außerdem noch zusätzliche individualisierungsmöglichkeiten, welche aber auch schnell zu rechtlichen Problemen führen können.

Neue Modelle und Feature

Google

Anthropic

OpenAI

Mistral

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