Donnerstag 04.09.2025
| Donnerstag | Programm |
|---|---|
| 09:30 | Ankommen & Anmeldung |
| 10:30 | Begrüßung der Initiator:innen |
| 10:40 | Grußworte von Prof. Dr. Peter Muck, Vizepräsident Studium und Lehre der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg und Prof. Dr. Katja Bender, Direktorin Internationales Zentrum für Nachhaltige Entwicklung (IZNE), Vizepräsidentin European Association for Development Research and Training Institutes (EADI) |
| 11:00 | Keynote von Dr. Antje Brock, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut Futur für das UNESCO BNE-Programm „ESD for 2030“ Bildung für nachhaltige Entwicklung: Was macht sie motivierend, effektiv und wie kann sie erfasst werden? Was sind Kerninhalte von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und wie gelingt es, sie als Mehrwert für Lehre (und Forschung) in Hochschulen umzusetzen? Im Keynote-Vortrag wird es neben zentralen inhaltlichen und didaktischen Prinzipien auch um die Messbarkeit von BNE gehen. Hier ist die Frage leitend: Wie kann eine Erfassung von BNE gleichzeitig zur Erhöhung ihrer Qualität und Quantität beitragen? |
| 12:00 | Mittagessen vor Ort |
| 13:00 | Vorträge In drei parallelen Veranstaltungen werden je zwei Vorträge zum Whole-Institution Approach und Evaluationsansätze sowie -projekte zu BNE-Lehre vorgestellt und mit den Teilnehmenden diskutiert und reflektiert. Session 1 Moderation: Leona Brust ⊙ Whole Institution Approach – Utopie oder machbar?! Ein Roadmap-Prozess im Praxistest | Stephanie Lorek, Martina Grein ⊙ Von Evaluation zu Transformation: Textbasierte Analysen als Ausgangspunkt der verstärkten Integration von BNE in Hochschulen | Nils Aschhoff, Henrik Bruns, Manuel Geisler, Stefan Müller-Teusler Session 2 Moderation: Berit Kriech ⊙ Teilnehmende Beobachtung als Evaluationsmethode entwicklungspolitischer Bildungsarbeit im Kontext von BNE | Sonja Richter ⊙ Empirische Bewertung der IoG-Challenge: Erkenntnisse für eine didaktische Optimierung | Frank Dieball, Stefanie Meilinger, Philipp Kruppe, Florian Bahl Session 3 Moderation: Cathleen Lüders ⊙ Bildung für nachhaltige Entwicklung im Rückblick: Erfahrungen der Absolvent:innen des ersten BNE-Studiengangs einer Hochschule | Max Bolz, Martina Grein ⊙ Chancen und Herausforderungen einer BNE-orientierten Akkreditierung | Hamadou Ngoei |
| 14:15 | Pause |
| 14:45 | Workshops In vier parallelen Workshops liegt der Fokus auf der Erarbeitung weiterführender Ideen zum Whole-Institution-Approach und zu Evaluationsansätzen & -projekten zu BNE-Lehre. Session 4 ⊙ Nachhaltigkeit als Querschnittsthema ins QM-System aufnehmen – Workshop mit Erfahrungen der Universität Bielefeld | Meike Guzy, Gregor Maas, Stefanie Güther Session 5 ⊙ Most Significant Change als partizipative Methode zur Evaluation komplexer Veränderungsprozesse am Anwendungsbeispiel des FREI DAY | Jacqueline Kittel, Alicia Strauß, Dominik Röding, Ulla Walter, Christiane Meyer Session 6 ⊙ BNE braucht neue Evaluationsformen – Entwicklung eines Evaluationsansatzes für Wirtschaftsethik-Veranstaltungen | Holger Willing, Michael Malschützky, Martina Grein Session 7 ⊙ Bildung für kommunales Gemeinwohl – eine formative Evaluation zur Entwicklung eines gemeinwohlorientierten Verwaltungsstudiengangs | Malte Schophaus, Henrique R. Otten, Sascha Kopczynski |
| 16:00 | Gespräche & Pause |
| 16:30 – 17:30 | Workshop mit Brigitte Peter Mitarbeiterin für Bildung für nachhaltige Entwicklung, Beteiligung und Empowerment im Wissenschaftsladen Bonn Perspektivwechsel: Wie Evaluator*innen durch BNE selbst zu Change Agents werden – mit den Inner Development Goals (IDGs) Welche BNE-Kompetenzen brauchen Studierende, um nachhaltiger zu handeln? – das ist die übliche Blickrichtung in Hochschulen. Doch welche Fähigkeiten möchten eigentlich Sie als Verwaltungs-Mitarbeitende oder Lehrende entwickeln, um wirksamer oder auch resilienter handeln zu können? Was bringen Sie an Ressourcen mit, was hemmt oder hindert, was begeistert Sie oder könnte Sie bei ihrer Arbeit begeistern? Dem wollen wir uns im Workshop nähern, indem wir das noch junge BNE-Kompetenzmodell der Inner Development Goals (IDGs) nutzen. Im ersten Schritt wird das Konzept kurz vorgestellt, das der WILA Bonn bereits in verschiedenen Projekten mit Studierenden und in der Erwachsenenbildung zur Kompetenzentwicklung eingesetzt hat. Im zweiten Schritt ist die Einladung an Sie, die IDGs zu nutzen, um damit den Blick mal anders auf das eigene Arbeitsumfeld zu richten |
| 17:30-19:00 | Pause / Hotel-Check-in / Weg zum Sektempfang |
| ab 19:00 | Sektempfang und Flying Buffet in der Röstburg (separate Anmeldung erforderlich) |
Freitag 05.09.2025
| Freitag | Programm |
|---|---|
| 09:00 | Vorträge In drei parallelen Veranstaltungen werden je zwei Vorträge zu Messinstrumenten für BNE-Kompetenzen, BNE in der Bildung sowie Studierendenbefragung und Lehrveranstaltungsevaluation vorgestellt und mit den Teilnehmenden diskutiert und reflektiert. Session 8 Moderation: David Peters ⊙ Von den Kompetenzzielen zum Fragebogen – Empirische Validierung einer Operationalisierung von Zielkonstrukten hochschulischer Nachhaltigkeitszertifikatsprogramme | Maximilian Irion, Christiane Bertram, Benjamin Nagengast, Thomas Potthast ⊙ Evaluation x Future Skills – Haltung zu und Wahrnehmung von überfachlichen Kompetenzen an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg | Berit Kriech, Cathleen Lüders, Katharina Bläser, Katja Kluth Session 9 Moderation: Jörg Jörissen ⊙ Belastungs- und Entlastungsfaktoren der Digitalisierung in der Sozialen Arbeit | Nadine van der Meulen ⊙ Welche Entwicklung zeigt sich in der Lehramtsausbildung zur Förderung nachhaltiger Bildungsziele? | Marie Luise Schlierkamp Session 10 Moderation: Frank Dieball ⊙ Evaluation im Qualitätsmanagement von Studium und Lehre in der Krise?! | Stefen Müller, Julia Kleine ⊙ Das Wesen der Befragungsergebnisse determiniert, wie Entscheidungen erarbeitet werden | Elisabeth Zwingmann |
| 10:15 | Pause |
| 10:45 | Workshops Session 12 ⊙ Ein partizipativ entwickeltes Self Assessment Tool zum Transfer von u.a. Nachhaltigkeitsaspekten in die Studiengangsentwicklung an der FH Aachen | Jörg Jörissen, Imke Minrath Session 13 ⊙ „Gutes Seminar … aber die Frisur geht gar nicht“ – Über den Umgang von Hochschulen mit problematischen Freitextkommentaren in Lehrevaluationen | Sascha Kopczynski, Angelina Di Nato, Judith Hesse-Husain, Stefan Hollenberg, Daniela Möller, Swantje Paar, Pascale Ruhrmann, Patrick Sturtz-Klose, Tobias Trappe Session 14 ⊙ Künstliche Intelligenz als Feedback-Tool im forschenden Lernen | Christian Kempny, Kübra Annac, Yuece Yilmaz-Aslan, Patrick Brzoska |
| 12:00 | Mittagessen vor Ort |
| 13:00 | Zukunftswerkstatt Den Schlusspunkt der Tagung setzt eine moderierte Zukunftswerkstatt. Sie bietet den Teilnehmenden Raum, ihre individuellen Erkenntnisse aus der Tagung zu reflektieren, zu strukturieren und Impulse für den weiteren Transfer sowie für mögliche Netzwerkbildungen zu geben. Moderiert wird die Werkstatt von Angela Turck, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Internationalen Zentrum für Nachhaltige Entwicklung (IZNE) der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. |
| 14:30 – 15:00 | Ausklang |
Abstracts
Donnerstag 13:00 Session 1
Whole Institution Approach – Utopie oder machbar?! Ein Roadmap-Prozess im Praxistest
Stephanie Lorek & Martina Grein, Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
Nach dem Whole Institution Approach als ganzheitlichen BNE-Ansatz sollen Hochschulen als transformative Lernorte Nachhaltigkeit in alle Handlungsbereiche integrieren, um eine umfassende und nachhaltige Entwicklung zu fördern. Um ihre Nachhaltigkeitsstrategie schrittweise umzusetzen, wurde von 2023 bis 2025 vom Nachhaltigkeitsmanagement der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg ein hochschulweiter Roadmap-Prozess Nachhaltigkeit entwickelt und realisiert. Fragen, die wir uns im Vortrag und in der anschließenden Diskussionsrunde stellen wollen, sind beispielsweise:
– Inwieweit kann ein gemeinsamer, partizipativer Prozess zu einer stärkeren strukturellen Verankerung von BNE und/oder einer Änderung der Organisationskultur im Sinne des Whole Institution Approach beitragen?
– Was sind Erfolgsfaktoren und Hemmnisse?
– Welche Reflexionsinstrumente trugen zum Ergebnis bei, welche Ansätze für die Selbstevaluation gibt es?
Von Evaluation zu Transformation: Textbasierte Analysen als Ausgangspunkt der verstärkten Integration von BNE in Hochschulen
Nils Aschhoff, Henrik Bruns, Manuel Geisler & Stefan Müller-Teusler, Europäische Fernhochschule Hamburg
Der Vortrag stellt den Ansatz und erste Ergebnisse eines Projektes vor, in dem mit einer quantitativen und qualitativen Dokumentenanalyse die curriculare Verankerung von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) erfasst werden soll. Im Fokus steht dabei die Europäische Fernhochschule Hamburg (Euro-FH), die als private Hochschule Nachhaltigkeit als Querschnittsthema in das institutionelle Leitbild aufgenommen hat. Im Projekt werden standardisierte und softwaregestützte Text-Mining-Verfahren mit vertiefenden, qualitativen Inhaltsanalysen kombiniert, um die Verankerung von BNE in Studiengängen anhand eines großen Textkorpus studiengangbezogener Dokumente zu bewerten und Muster zu erkennen. Die Ergebnisse dienen als Grundlage zur Messung von Fortschritten und zur Ableitung weiterer Entwicklungsbedarfe. Der Vortrag liefert somit Impulse für die Entwicklung effizienter Evaluationsmethoden, die zur strukturellen Verankerung von Nachhaltigkeit über die Hochschullehre hinaus beitragen können.
Donnerstag 13:00 Session 2
Teilnehmende Beobachtung als Evaluationsmethode entwicklungspolitischer Bildungsarbeit im Kontext von BNE
Sonja Richter, Universität Bamberg
Wie können individuelle Lernprozesse in Bildungsangeboten evaluiert werden? Insbesondere im Kontext didaktischer Ansätze von BNE und Globalem Lernen brauchen Evaluationskonzepte Methoden, die komplexe Lernprozesse sichtbar machen. In diesem Beitrag wird eine bereits durchgeführte Evaluation vorgestellt, die u.a. den qualitativen Zugang der Teilnehmenden Beobachtung nutzt, um implizite Lernmomente und soziale Dynamiken in Lernumgebungen zu erfassen. Es wird zudem auf den Ansatz der wirkungsorientierten Evaluation Bezug genommen, welche in die Planung von außerschulischen Bildungsangeboten der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit verstärkt Einzug hält. Die Autorin möchte Herausforderungen und Chancen dieser Ansätze sowie die Nutzbarkeit für den Hochschulkontext diskutieren.
Empirische Bewertung der IoG-Challenge: Erkenntnisse für eine didaktische Optimierung
Frank Dieball, Stefanie Meilinger, Philipp Kruppe & Florian Bahl, Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
Der Vortrag stellt die Evaluation der „Ingenieure ohne Grenzen Challenge“ am Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Kommunikation der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg vor. Im Wintersemester 2024/25 entwickelten Studierende ein Trockentoiletten-Konzept für ländliche Regionen in Sierra Leone. Das didaktische Design des Projekts und der Kompetenzerwerb im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung wurden im Rahmen des Design-Based Research-Ansatzes evaluiert. Die Untersuchung kombinierte Pre-/Post-Befragungen, Online-Erhebungen und Gruppendiskussionen. Erfasst wurde, wie theoretische Inhalte praktisch angewendet wurden und welche Veränderungen im Wissen, in Einstellungen und Kompetenzen stattfanden. Der Abgleich quantitativer und qualitativer Daten ermöglicht eine fundierte Bewertung des Projekts und liefert Impulse zur Optimierung des didaktischen Konzepts für zukünftige Challenges.
Donnerstag 13:00 Session 3
Bildung für nachhaltige Entwicklung im Rückblick: Erfahrungen der Absolvent:innen des ersten BNE-Studiengangs einer Hochschule
Max Bolz, Martina Grein, Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
Der Studiengang CSR- & NGO-Management war ein international ausgerichteter, berufsbegleitender Masterstudiengang, der Pionierstudiengang der Hochschule im Bereich Nachhaltigkeit. Er kombinierte klassische wirtschaftswissenschaftliche Inhalte mit den Schwerpunkten Nachhaltigkeit, Corporate Responsibility sowie Management im NGO- und Non-Profit-Bereich. Nach Einstellung des Studiengangs möchte der Fachbereich die Wirkung und den wahrgenommenen Nutzen des Programms aus Sicht der Alumni erfassen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen bestehende Instrumente der Qualitätssicherung und Studiengangsentwicklung ergänzen. Von besonderem Interesse sind die langfristigen Einschätzungen der Alumni, wie der tatsächliche Einfluss des Studiums auf Karriereentscheidungen oder den beruflichen Aufstieg. Dafür werden Ergebnisse der Absolvent:innenstudien (KOAB) mit Befragung aller Absolvent:innen und weiteren Quellen kombiniert.
Chancen und Herausforderungen einer BNE-orientierten Akkreditierung
Hamadou Ngoei, Hochschule der Bildenden Künste Saar
Der Beitrag untersucht als Deskstudie, wie Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in die Akkreditierung von Studiengängen in Deutschland integriert werden kann. Anhand einer Analyse relevanter Dokumente werden die Vorteile und Herausforderungen einer BNE-orientierten Akkreditierung erörtert. Die Studie schließt mit konkreten Vorschlägen zur praktischen Umsetzung im deutschen Hochschulsystem.
Donnerstag 14:45 Session 4
Nachhaltigkeit als Querschnittsthema ins QM-System aufnehmen – Workshop mit Erfahrungen der Universität Bielefeld
Meike Guzy, Gregor Maas, Stefanie Güther, Universität Bielefeld
Im Zuge strategischer Entscheidungen hat die Universität Bielefeld Nachhaltigkeit als Querschnittsthema in ihr QM-System für Studium und Lehre integriert. Dies fördert die Auseinandersetzung mit BNE und die Verankerung in möglichst allen Curricula. Die Integration stellt spezifische Anforderungen an Dokumentation, Gesprächsformate und Kennzahlen. Zentrale und dezentrale QM-Akteur*innen wurden durch Fortbildungen zu BNE geschult, um das Thema fundiert aufzugreifen. Nachhaltigkeit ist nun ein fester Bestandteil der QM-Dokumente und Gespräche, was die Sichtbarkeit von Nachhaltigkeit erhöht und zu kontinuierlichen Verbesserungen führen soll. Offene Fragen bleiben: Wie wird Nachhaltigkeit in Evaluationsformate übersetzt? Wie viel Pflicht und Freiraum braucht es bei der flächendeckenden Umsetzung von Querschnittsthemen wie BNE? Wie können Good-Practice-Modelle zwischen Fächern übertragen werden? Der Beitrag bietet Einblicke in die Implementierung und lädt zur Bearbeitung offener Fragen ein.
Donnerstag 14:45 Session 5
Most Significant Change als partizipative Methode zur Evaluation komplexer Veränderungsprozesse am Anwendungsbeispiel des FREI DAY
Jacqueline Kittel, Alicia Strauß, Dominik Röding, Ulla Walter, Christiane Meyer, Leibniz Universität Hannover
Die „Most Significant Change“-Methode (MSC) ermöglicht es, Veränderungen anhand persönlicher Geschichten des Wandels zu erfassen und regt an, über besonders bedeutsame Veränderungen innerhalb der Organisation in Austausch zu kommen. MSC erfasst auch unerwartete Veränderungen und kann mehrere Organisationsbereiche im Sinne des Whole Institution Approach einbeziehen. Dabei sind Partizipation und das Anstoßen organisationaler Lernprozesse feste Bestandteile des Prozesses.
MSC wird im Workshop praxisnah anhand einer Evaluation des FREI DAY vorgestellt. Der FREI DAY ermutigt Schüler:innen, wöchentlich vier Stunden in der Unterrichtszeit an gesellschaftlichen Zukunftsfragen zu arbeiten.
Der Workshop läuft wie folgt ab: Zunächst werden die Anwendungsschritte von MSC am Beispiel der FREI DAY-Studie vorgestellt, begleitet von einer Diskussion über Vorteile und Herausforderungen von MSC. Abschließend entwickeln die Teilnehmenden erste Schritte zur Umsetzung von MSC in eigenen BNE-Kontexten.
Donnerstag 14:45 Session 6
BNE braucht neue Evaluationsformen – Entwicklung eines Evaluationsansatzes für Wirtschaftsethik-Veranstaltungen
Holger Willing, Michael Malschützky, Martina Grein, Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
Die Evaluation von BNE-Lehre erfordert neue Ansätze. Aber was bedeutet das für die Evaluations- und QM-Praxis in Hochschulen? Im Workshop sollen gemeinsam Besonderheiten von Evaluation in der BNE-Lehre herausgearbeitet und mögliche Evaluationsansätze und -fragestellungen am Beispiel von 2 Veranstaltungen diskutiert werden.
Auf der „Tour de CSR“ besuchen Studierende auf einer gemeinsamen Fahrradtour Organisationen, die sich für gesellschaftliche Verantwortung engagieren und erleben sie so in ihren unmittelbaren Handlungs- und Wirkungsfeldern. Im Seminar „Wirtschaftsethik“ wird Wirtschaftsethik aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet, beginnend bei philosophischen Grundlagen über den Nachhaltigkeitsbegriff bis hin zu globalen Rahmenbedingungen für ethisches Wirtschaften.
Erwünscht wäre die Diskussion über und erste Entwicklung von Evaluationsansätzen. Dabei sollen BNE-spezifische Kriterien herausgearbeitet werden, die die drei Ebenen des BNE Lernens „knowing, acting, being“ betrachten.
Donnerstag 14:45 Session 7
Bildung für kommunales Gemeinwohl – eine formative Evaluation zur Entwicklung eines gemeinwohlorientierten Verwaltungsstudiengangs
Malte Schophaus, Henrique R. Otten, Sascha Kopczynski, Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung NRW
Der Workshop stellt ein Konzept zur Entwicklung eines Masterstudiengangs „Public Management“ vor, das auf Gemeinwohlorientierung statt auf klassische BNE-Konzepte setzt. Wie verhält sich Bildung für nachhaltige Entwicklung zur Bildung für kommunales Gemeinwohl und welche normativen Impulse lassen sich daraus für die Studiengangsevaluation ableiten? Am Beispiel eines Entwicklungsprojekts an der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung NRW wird gezeigt, wie Gemeinwohlwerte systematisch in die Studiengangsentwicklung integriert und mittels KI-gestützter Auswertung von studentischen Reflexionsarbeiten evaluiert werden können. Grundlage ist eine Werte-Matrix aus der Gemeinwohlbilanzierung öffentlicher Organisationen. Ziel ist die Qualifizierung zukünftiger Führungskräfte der Verwaltung entlang wissenschaftlicher Standards und gemeinwohlorientierter Praxisreflexion. Abschließend wird diskutiert, wie dieses Vorgehen auf andere Studiengänge übertragbar ist.
Freitag 09:00 Session 8
Von den Kompetenzzielen zum Fragebogen – Empirische Validierung einer Operationalisierung von Zielkonstrukten hochschulischer Nachhaltigkeitszertifikatsprogrammen
Maximilian Irion, Christiane Bertram, Benjamin Nagengast & Thomas Potthast, Universität Tübingen
Nachhaltigkeitszertifikatsprogramme (NE-Zertifikatsprogramme) stellen ein Format dar, um BNE in der Hochschullehre zu verankern und Studierenden aller Fächer die Möglichkeit zu eröffnen, sich im Studium mit Themen einer Nachhaltigen Entwicklung zu befassen. Üblicherweise fokussieren NE-Zertifikatsprogramme vielfältige Facetten studentischer Nachhaltigkeitskompetenz, darunter z. B. nachhaltigkeitsbezogenes Wissen, interdisziplinäres Arbeiten sowie die Fähigkeit zum selbstständigen Handeln. Allerdings liegen bislang keine Erkenntnisse über die Wirksamkeit entsprechender Angebote vor, was u. a. auf einen Mangel an passgenauen Messinstrumenten zurückzuführen ist.
Im Beitrag werden die Ergebnisse der empirischen Validierung eines Instruments vorgestellt, mit welchem Zielkonstrukte von NE-Zertifikatsprogrammen operationalisiert werden können. Potenziale, Limitationen sowie Einsatzmöglichkeiten des Instruments werden anschließend gemeinsam mit den Teilnehmenden diskutiert.
Evaluation x Future Skills – Haltung zu und Wahrnehmung von überfachlichen Kompetenzen an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
Berit Kriech, Cathleen Lüders, Katharina Bläser & Katja Kluth, Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
Im Rahmen des Projekts #future_skills@h-brs an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS) soll die Relevanz und Integration von Future Skills in den Curricula sowie die Haltung von Studierenden und Lehrenden zur Thematik untersucht werden. In unserem Beitrag stellen wir die begleitende Evaluation vor. In mehreren Befragungen erfassen wir Einstellungen und Bewertungen von Studierenden und Lehrenden. Ziel ist die Reflexion der Haltung der Studierenden und Lehrenden gegenüber der Notwendigkeit einer verstärkten Integration von Future Skills in die Hochschulbildung. Der Beitrag stellt das methodische Vorgehen vor und – sofern verfügbar – erste Ergebnisse. Er zeigt auf, wie Evaluation zur curricularen Weiterentwicklung beiträgt und Impulse für eine zukunftsfähige Hochschulbildung geben kann.
Freitag 09:00 Session 9
Belastungs- und Entlastungsfaktoren der Digitalisierung in der Sozialen Arbeit
Nadine van der Meulen, DIWAG Promotionskolleg
Die Digitalisierung verändert die Soziale Arbeit tiefgreifend – mit ambivalenten Folgen für Fachkräfte und Klient*innen. Der Beitrag beleuchtet erste Ergebnisse eines Mixed-Methods-Projekts zu digitalen Belastungen und Entlastungen. Digitale Tools bieten Entlastungspotenziale, doch überwiegen häufig strukturelle Hürden, ethische Unsicherheiten und mangelnde Inklusion. Best-Practice-Beispiele belegen, dass inklusive Gestaltung und aktive Beteiligung zentrale Voraussetzungen für digitale Gerechtigkeit sind. Der Vortrag versteht sich als Impuls zur Mitgestaltung einer gerechten Hochschule der Zukunft, die digitale Transformation partizipativ und barrierefrei denkt. Er plädiert für eine machtsensible Digitalisierungsstrategie und beleuchtet organisationspädagogische Bedingungen einer ethisch verantworteten KI-Integration. Inklusion muss strukturell mitgedacht werden – für eine Hochschule, die Gerechtigkeit, Barrierefreiheit und digitale Resilienz vereint.
Welche Entwicklung zeigt sich in der Lehramtsausbildung zur Förderung nachhaltiger Bildungsziele?
Marie Luise Schlierkamp, Universität Paderborn
Um die Zukunft nachhaltig mitzugestalten, wird es zu einer didaktischen Aufgabe, nachhaltige Entwicklung in der Schule zu vermitteln. Das erfordert, dass in der Lehramtsausbildung über nachhaltige Bildungsziele diskutiert wird. Folglich erhalten Lehrkräfte die Funktion, nachhaltige Maßnahmen für mehr Umweltbewusstsein zu verbreiten. Jugendliche sollen ein umfassendes Umweltbewusstsein erwerben und nachhaltige Maßnahmen für den Alltag erarbeiten. Um zu wissen, wie die Ziele für nachhaltige Entwicklung didaktisch zu vermitteln sind, werden diese in der modernen Lehramtsausbildung diskutiert. Zum einen fördern die Ziele für nachhaltige Entwicklung die globale Armut sowie den Hunger auf der Welt zu reduzieren und Ungleichheiten zu beseitigen. Zum anderen soll die Selbstbestimmung gefördert werden, indem Geschlechtergerechtigkeit sowie der Wohlstand gefördert werden. Die Forschungsfrage fragt nach den Kriterien der Qualität der Lehramtsausbildung zur Förderung nachhaltiger Bildungsziele.
Freitag 09:00 Session 10
Evaluation im Qualitätsmanagement von Studium und Lehre in der Krise?!
Stefen Müller, Julia Kleine, RPTU Kaiserslautern-Landau
Während die studentische Partizipation an der Gestaltung von Bildungsangeboten formal immer weiter in Hochschulen verankert wird, sinkt die Beteiligung an Befragungen und Feedback für drängende Fragen des Qualitätsmanagements einzuholen wird für Bildungsverantwortliche immer schwieriger. Ziel des Beitrags ist es, das Thema Partizipation bei der Gestaltung von Studium und Lehre vor dem Hintergrund des Qualitätsmanagements kritisch zu beleuchten. Es werden u. a. unterschiedliche Maßnahmen der eigenen Hochschule aufgegriffen und diskutiert, um die Teilnahme an Befragungen zu stärken. Es soll aber auch der gemeinsame Diskurs angestoßen werden , wie das Qualitätsmanagement in Zukunft, vor dem Hintergrund sich verändernder Studierendenschaften, zu gültigen Aussagen kommen wird.
Das Wesen der Befragungsergebnisse determiniert, wie Entscheidungen erarbeitet werden
Elisabeth Zwingmann, Fachhochschule Dortmund
Dieses alternative Modell Lehre zu evaluieren hat einen Kulturwandel inne: Es besteht in einer ca. 25min Befragung der Studierenden zu Semesterbeginn mit Fokus auf ihr Erleben der im vergangenen Semester belegten Module. Die Lehrevaluation wird damit auf eine einzige Befragung reduziert und ermöglicht sowohl ein modulgenaues Feedback der Studierenden zur Lehre als auch das Überwinden der separierten Betrachtungsweise im Qualitätsmanagement. Die Befragungsergebnisse bespielen das Spannungsfeld zwischen den Modulen und erlauben den Beitrag einzelne Lehrangebote zum Studium sowie Studierverhalten zu beleuchten. Solche Befragungsergebnisse fördern als Gesprächsimpuls eine gemeinschaftliche Verantwortungsübernahme z.B. für die Ausgestaltung der Kompetenzvermittlung oder der Strukturen für Studierbarkeit. Es wird das Befragungsinstrument vorgestellt sowie Lessons Learned aus der Pilotierung. Sie sind eingeladen Anwendungsszenarien und die Umsetzbarkeit in der Hochschule zu diskutieren.
Freitag 10:45 Session 12
Ein partizipativ entwickeltes Self Assessment Tool zum Transfer von u.a. Nachhaltigkeitsaspekten in die Studiengangsentwicklung an der FH Aachen
Jörg Jörissen & Imke Minrath, FH Aachen
Im Rahmen eines hochschulweiten Strategieprozesses hat die FH Aachen ein mit Studiendekan:innen partizipativ entwickeltes Self-Assessment-Tool zur Integration von Nachhaltigkeit, Internationalisierung und Digitalisierung in die Studiengangsentwicklung konzipiert. Der Ansatz orientiert sich am EFQM-Modell und ermöglicht eine strukturierte Selbsteinschätzung zur strategischen Weiterentwicklung von Studiengängen. Unterstützt wird der Prozess in den Fachbereichen durch moderierte Workshopformate, in denen der eigens dafür entwickelte Chatbot FrAIme zum Einsatz kommt, der passgenau Beispiele und Lösungsansätze zur Umsetzung anbietet.
Im Workshop wird neben einer Darstellung der zurückliegenden Erfahrungen praktisch erfahrbar gemacht, wie insbesondere das Strategiethema Nachhaltigkeit über das Self-Assessment operationalisiert und im Zuge der Workshops mit Hilfe von FrAIme in Studiengänge integriert werden kann.
Freitag 10:45 Session 13
„Gutes Seminar … aber die Frisur geht gar nicht“ – Über den Umgang von Hochschulen mit problematischen Freitextkommentaren in Lehrevaluationen
Sascha Kopczynski, Angelina Di Nato, Judith Hesse-Husain, Stefan Hollenberg, Daniela Möller, Swantje Paar, Pascale Ruhrmann, Patrick Sturtz-Klose & Tobias Trappe, Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung NRW, FH Aachen, Hochschule Bielefeld, Folkwang Universität der Künste & Deutsche Hochschule der Polizei
Freitextkommentare in Lehrevaluationen enthalten wertvolle Rückmeldungen zu Optimierungspotenzialen von Lehrveranstaltungen, können jedoch auch problematische, teils diskriminierende Inhalte aufweisen. Das Auftreten solcher Studierendenäußerungen findet in der Diskussion um eine wertschätzende Organisationskultur jedoch kaum Berücksichtigung. Der Workshop thematisiert den institutionellen Umgang mit solchen Kommentaren an Hochschulen. Hierbei werden zunächst Ergebnisse einer Befragung unter Evaluator:innen zu bestehenden Verfahren präsentiert. Im Anschluss betrachten die Workshopleitenden mit den Teilnehmenden im Rahmen einer Interpretations- und Diskussionswerkstatt aus verschiedenen Perspektiven rechtliche, ethische und organisationale Implikationen. Ziel ist es, Verletzungspotenziale im Evaluationskontext sichtbar zu machen, eine inklusive Bildungskultur zu fördern, Fehlerkultur und Entwicklungskompetenzen zu stärken sowie Rechte von Lehrenden und Lernenden zu schützen. Der Workshop versteht sich als Beitrag zu einem konstruktiven Wertediskurs im Sinne nachhaltiger Hochschulentwicklung.
Freitag 10:45 Session 14
Künstliche Intelligenz als Feedback-Tool im forschenden Lernen
Christian Kempny, Kübra Annac, Yuece Yilmaz-Aslan, Patrick Brzoska, Universität Witten/Herdecke
Wie kann Künstliche Intelligenz (KI) forschendes Lernen in der Hochschullehre gezielt unterstützen? Im Fokus dieses interaktiven Workshops stehen Einsatzszenarien von KI-Tools zur Förderung qualitativer Forschungskompetenzen. Nach einem fachlichen Input diskutieren wir gemeinsam, wie KI-gestützte Rückmeldungen – etwa zur Entwicklung von Forschungsfragen, zur Interviewvorbereitung oder zur Argumentationslogik – die Reflexions- und Analyseprozesse Studierender stärken können. Dabei werden Potenziale und Limitationen kritisch beleuchtet. Der Workshop bietet Raum für kollegialen Austausch und praktische Erprobung. Ziel ist es, die Integration KI-basierter Feedbacksysteme in der Lehre fundiert zu reflektieren und Impulse für eine entlastende, aber zugleich qualitätsorientierte Prozessbegleitung zu gewinnen. Zugleich dient der Workshop als Pilotierung, deren Erkenntnisse dokumentiert und perspektivisch wissenschaftlich veröffentlicht werden.
